• Maya von Dach

Grosse Schritte und Freudensprünge


Fast-Alltag mit Corona

Wunderbares Wetter, grossartige Natur, viel Zeit zum Fotografieren und eine tolle Familie versüssen uns die Coronazeit, unter der wir eigentlich nicht besonders leiden. Ja, Manfreds Fotoreise nach Südafrika mit Freund Gert fällt ins Wasser und die Osterferien geniessen wir entspannt von zuhause aus. Die Pandemie wirkt geisterhaft, hat lange kein Gesicht, denn glücklicherweise kennen wir kaum Betroffene.

Wir arbeiten trotz Lockdown, wenn auch etwas anders als sonst. Das Schulhaus in Neuheim ist leergefegt. Der Berufskreis schliesst sich für mich eher ungewöhnlich. Fernunterricht, Videokonferenzen sowie Unterstützung in der Notbetreuung für Kinder von Eltern in sytemrelevanten Positionen machen meine Stellvertretung als Schulische Heilpädagogin intensiv, spannend. Die Projektwoche, für die ich noch angestellt bin, findet nicht statt, so trudle ich meiner Frühpensionierung Ende Schuljahr als Joker in Warteposition entgegen und warte darauf, ob ich noch irgendwo eingesetzt werde. Ganz so leicht fällt es mir noch nicht, das Gefühl, effizient und produktiv sein zu müssen, abzugeben. Andererseits geniesse ich die zur Verfügung stehende Zeit, frische mein Spanisch auf, unternehme ausgedehnte Wanderungen, lese oder sitze mit Manfred stundenlang im Tarnzelt vor Fuchsbauten und warte auf junge Füchse, die sich nicht fotografieren lassen wollen. Langeweile ist nicht angesagt.



Für Bushbaby öffnen sich geschlossene Grenzen

Für Ende April ist ein Besuch beim Bushbaby geplant. Kein einfaches Unterfangen, wenn die Grenzen zwischen der Schweiz und Deutschland geschlossen sind. Mit einem Bestätigungsbrief von EXTREM, der unsere unabdingbare Anwesenheit vor Ort betont, um für die Weiterarbeit grundlegende Entscheide zu treffen sowie die Einhaltung aller Hygienevorschriften verspricht, machen wir uns auf den fast verkehrsfreien Autobahnen zur Grenze auf, wo wir mit unseren guten Begründungen von den deutschen Beamten anstandslos eingelassen werden. Die Wohnkabine steht bereit, viel Sichtbares und Unsichtbares ist seit dem letzten Besuch zu unserer grossen Freude passiert: alle Möbel inklusive einem hübschen Ausziehtisch und einem schliessbaren Kamerafach werden uns gezeigt und Fragen bezüglich Elektronik und Licht wo notwendig geklärt. Schliesslich trifft der Zeltbauer ein und direkt am Fahrzeug diskutieren wir unsere Bedürfnisse und die Möglichkeiten der Umsetzung. Wir entscheiden abschliessend über Stoff und Schnitt des Zeltes. Es wird ein grossartiges Wohnhäuschen in luftiger Höhe, flexibel und durch Vorzelt und Isolationsschicht auch in nassen Zeiten warm und gemütlich.

Am Fahrzeugheck wird ein Fahrradträger montiert, so dass wir Touren mit unseren E-Bikes unternehmen können. Wir nehmen ein gutes Gefühl und einige Klärungsaufträge nach Hause. Am folgenden Wochenende suchen wir im Internet Gaskocher, Tisch und Stühle, deren Packmasse den vorhandenen engen Platzverhältnissen entsprechen, so dass sie in die Aussenklappen passen und unkompliziert und schnell im Freien installiert werden können. Bequemlichkeit und Luxus müssen gegen Raumverhältnisse abgewogen werden.



Bushbabys erste Höhle

Natürlich braucht unser Fahrzeug einen Standplatz hier in der Schweiz. Seit Monaten schweifen unsere Augen überall aus und suchen nach möglichen Unterständen bei Bauernhöfen, Einstellhallen etc. Nun, da es langsam Zeit wird für ernsthafte Erkundigungen, entdecken wir, dass das Gute ganz nahe liegt: im Weiler Meisterswil in Rotkreuz, in Sichtweite ab unserer Terrasse, gibt es eine Halle für Wohnmobile und hier findet unser Bushbaby einen gut geschützten Platz. Von Extrem wird uns noch einmal bestätigt, dass trotz Corona der vereinbarte angestrebte Übergabe-Termin vom 17. Juli angepeilt wird. Unsere Spätsommerferien werden wir also erstmals im Bushbaby verbringen.



Grund zum Feiern

Ab 2021 werden wir fast die Hälfte des Jahres mit Bushbaby unterwegs sein können! Manfred hat einen neuen Vertrag über 60% unterzeichnet, die er en bloc arbeiten wird. Bereits liegt eine Grobplanung vor, nach welcher wir im Früh- und Spätsommer auf Achse sein werden. Wo, dies werden wir den Gegebenheiten entsprechend eher kurzfristig planen - zu sehen gibt's ja sowohl in der Schweiz wie auch in Europa mehr als genug, einfach der Nase und der Sonne nach...



Fern-Workaway

Mein workaway-Aufenthalt in Costa Rica im letzten Januar hat Lust auf mehr gemacht. Bei virtuellen Reisen in der Workaway-App durch alle möglichen Kontinenten und Länder habe ich bereits mein nächstes Wunschprojekt gefunden. Die Tambo Blanquillo-Lodge im peruanischen Amazonasgebiet. Die Lodge ist bei Naturliebhabern und -fotografen beliebt, unterhält aber auch ein eigenes kleines Forschungsprogramm mit Fotofallen. Als freiwillig Mitarbeitende hilft man im Lodgebetrieb und/oder bei der Betreuung des Tiermonitorings. Um mich nicht vergeblich zu freuen nahm ich Kontakt mit den Gastgebern auf und fragte, ob ich überhaupt in ihr Freiwilligenschema passen würde. Neben einer positiven Antwort erhielt ich viele Links, die ich intensiv studierte und bei denen meine Begeisterung zusätzlich wuchs. Ich bot an, bereits jetzt Filmuntertitel in Deutsch zu liefern oder andere Materialien zu übersetzen. Zu meinem Erstaunen erhielt ich dann die Anfrage, ob ich die Eigentümer beim Finden eines geeigneten europäischen Partners für den Aufbau und die Leitung einer biologischen Forschungsstation auf dem Gelände des wachsenden Gebiets von Tambo Blaquillo unterstützen könnte. Nach Homeschooling per Computer begann ich also das "Fern-Workaway" mit Recherchen und vielen Mails mit dem Team von Tambo Blanquillo. Mittlerweile bin ich mit der zoologischen Gesellschaft Frankfurt in Kontakt, habe dem Leiter der bereits in Peru bestehenden Projekte eine Zusammenfassung des Vorhabens geschickt und bin nun gespannt, wie es auf den Spuren des grossen und grossartigen Bernhard Grzimek weitergeht....



Bushbabys Hochzeit

Vor wenigen Tagen haben uns die neuesten Bilder von Exterm Fahrzeuge in Schwenningen erreicht. Sie zeigen, dass das Fahrzeug und die Wohnkabine verheiratet wurden. Sie bilden nun eine Einheit und wir freuen uns riesig über das tolle Aussehen, das sich der beispielhaften Fotomontage immer mehr annähert. Wie stolze Eltern finden wir unser Bushbaby mit seinem Durchgang von Fahr- zur Wohnkabine, der edlen Farbgebung und den schlauen Klappen sehr gelungen und hoffen, dass es sich auch im wirklichen Leben behaupten und und uns sicher durch zahllose Erlebnisse begleiten wird. Bald wird auch das Logo auf den Seiten prangen und in zwei Monaten soll Bushbaby dann bereits bei uns sein...


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