• Maya von Dach

Neue Energie für weitere Reisen


Leuchtende Aussichten auch von daheim

Nein, dieser Winter macht keine Schlagzeilen in unseren Leben, jedenfalls keine positiven in Sachen reisen...

Die Frühpensionierung geniessen, nicht einfach daheim herumsitzen sondern reisen und in Projekten arbeiten, so war es angedacht und vorbereitet. Doch dann kamen organisatorische Umstellungen dazwischen, mit Omikron eine neue Coronavirus-Variante und schliesslich eine Fussverletzung, die eine Operation erforderte und sechs Wochen Schonung und einen Gips nach sich zog. Die vorgesehene Reise nach Botswana - für Maya drei, für Manfred einen Monat lang mit Freiwilligenarbeit - musste verschoben werden. So wurde die graue, feuchte, dunkle Zeit vor allem vom Arbeiten (ich war glücklich, an der Schule Neuheim bis Weihnachten eine Stellvertretung übernehmen zu können) strukturiert und von der langsamen Genesung geprägt. Viel Geduld und gute Nerven waren gefragt. Natürlich hielt dieser stille Winter auch seine schönen Seiten und Momente bereit, aber die konnten das Fernweh nicht besänftigen...



Bushbaby war nach unserer letzten Testfahrt und bis Weihnachten in Schwenningen bei Extrem-Fahrzeuge, damit die Energieversorgung optimiert werden konnte. Ein neues, drittes Solarpanel wird zusätzlichen Sonnenschein auf dem Dach aufsaugen und in eine ebenso neue Lithium-Batterie einspeisen. Natürlich mussten die Stromleitungen neu angelegt werden. So hoffen wir, in Zukunft für unseren Kühlschrank und die technischen Geräte genügend Energie zu haben, selbst wenn wir einige Tage stehen und arbeiten. Ausserdem wurde die Luftzirkulation in den Schränken verbessert, so dass es bei allfälliger Feuchtigkeit besser trocknen kann.


Im November durfte Manfred mit seinem Freund Gert doch noch die für 2019 vorgesehene Fotoreise nach Südafrika, genauer in die südöstlich gelegene Provinz Kwa Zulu Natal, eine unserer Lieblingsgegenden, wo wir auch in Wildtierprojekten gearbeitet haben, geniessen. Obwohl auf der Reise einiges nicht optimal lief - vermutlich den mehreren Verschiebungen und Umbuchungen geschuldet - war es ein toller Aufenthalt.



Der Arbeits- und Haushaltsalltag wird immer wieder von Familienaktivitäten aufgelockert bzw. bereichert. Schön, wenn Grosskind Julia kommt, Genuss am Lichtfestival LILU in Luzern oder Besuch der Kinder in unserer Dreier-Wohngemeinschaft mit Simon. Die Verschiebung der Reise hat es auch ermöglicht, dass wir gemeinsam am Hochzeit unserer "Afrikids", Jenni und Uwe, die uns in Namibia "adoptiert" haben, dabei sein können. Die Fotografie überliess ich des Gipsfusses wegen aber für einmal Manfred.

Natürlich beschäftigen uns auch die Vorentscheidungen zum Verkauf der Wohnung und erste Aufräumarbeiten werden in Angriff genommen, meine Beratungsfirma KON-SENS wird aufgelöst beziehungsweise weiter gegeben. Immer wieder werden Grundsatzfragen gestellt (willst du wirklich in Frühpension gehen? Wollen wir die Wohnung tatsächlich von einem Makler verkaufen lassen?) und Lösungsmöglichkeiten diskutiert. Doch wir sind uns einig: falls es die Umstände erlauben wollen wir das wirklich und nach einem weiteren reiseintensiven Sommer mit dem Bushbaby soll die nächste Lebensphase im Herbst vorbereitet werden, so dass wir ab April 23 auf dem Weg ins Reiseleben sein werden.



Nun, wo die Tage länger werden und die Sonne scheint, mein Fuss sich langsam wieder besser bewegen lässt, Manfred fleissig gearbeitet hat und die Vorbereitungen konkreter werden, steigt die Vorfreude auf die nächsten Reisen: Am 16. Februar fliegen wir nach Botswana, wo wir beide als Freiwillige für den SAVE Wildlife Conservation Fund arbeiten werden. Die deutsche Stiftung, deren Gründerpaar wir 2014 in Maun kennengelernt haben, hat in den ärmsten Gegenden Botswanas rund dreissig Projekte, die den Menschen und WIldtieren zugute kommen. Spielgruppen, Kinderbetreuung, klimafreundliche Landwirtschaft, Campingplätze die Einkommen generieren aber auch Wasserlöcher für Elefanten und einiges mehr wurde in den letzten zehn Jahren aufgebaut. Wir werden als reisende Reporter die Projekte besuchen, die Beteiligten befragen und so Erfolge oder Schwachstellen dokumentieren, Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen und Workshops, zum Beispiel für Fotografie und evtl. Camping-Management durchführen.



Die Gegend um Maun, wo sich die Hauptniederlassung von SAVE befindet, liegt zwischen dem Okavangodelta und der Kalahari-Wüste. Eine der wildtierreichsten Gegenden der Welt - mit den Vorteilen die der Tourismus, der Arbeitsplätze schafft, mit sich bringt, aber auch den Nachteilen von Mensch-Tier-Konflikten. Sie bedeutet Gefahr für Mensch, Infrastruktur und angebaute Nahrungsmittel oder Wasser. Durch Umweltbildung bereits bei den Kleinsten damit begonnen, Tierliebe und den bestmöglichen Umgang mit den wilden Gefahren zu lehren. Daneben sind die Kinder betreut und bekommen sinnvolle Ernährung. Ihre Eltern erhalten so berufliche Perspektiven, ausserdem bietet SAVE die Ausbildung für Lehrpersonen und Betreuende an und schult in Zusammenarbeit mit lokalen Experten bezüglich umweltfreundlichem Gartenbau, so dass mehr Ertrag durch effizientere Arbeitsmethoden erzielt werden können und die Motivation für die Landwirtschaft steigt. Zusammen mit der Regierung erstellt SAVE neue Bohrlöcher für Mensch und Tier entlang von uralten Elefantenwanderwegen, so dass die Dörfer weniger von den Elefanten heimgesucht und Wasserleitungen oder Gärten zerstört werden. Auch der Löwenschutz nimmt einen hohen Stellenwert ein, SAVE bildet Ranger aus und überwacht Löwen mittels Sendern, um den Riss von Rindern zu vermindern oder verhindern.


Für uns bietet sich also eine ideale Grundlage, um in Botswana Fuss zu fassen und nicht nur als Touristen herumzureisen, sondern das Leben und die Leute hier von ganz nahe kennen zu lernen und jegliche Fragen stellen zu dürfen, die uns bewegen. Wir werden auf diese Weise einen Einblick ganz anderer Art erhalten, unsere Stärken und das Wissen (Fotografie, Bildungsfragen, Gemeindeentwicklung, Touristensicht) einbringen können. Vielleicht können wir so einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Lebensumstände der Ärmsten leisten. Wir freuen uns auf die Begegnungen, auf interessante Einblicke und auf neue Erfahrungen. Natürlich werden wir gern berichten (auf dem WhatsApp-Status findet man Bilder - wenn wir jeweils Verbindung haben ;-) ).




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