• Maya von Dach

Spätsommer in Kroatien, 1


Nach rund sieben Wochen daheim packen wir unseren Buhbaby-Haushalt wieder ein und fahren in Richtung Sommer. "Den Sommer verlängern" könne man in diesem Jahr nicht sagen, wurde mir erklärt, "da wir in der Schweiz gar keinen hatten", also suchen wir ihn im Süden. Unser Plan hat nur einen Namen: Kroatien. Keine Route, kein Zeitplan - keine Ahnung.. Doch los geht's, nachdem das Aufräumen der Wohnung und das Packen einmal mehr viel länger dauert, als gewollt. Wir starten vor dem Wochenendstau am Gotthard und verbringen eine "wilde" Nacht im Bedrettotal. Ein Fahrtag bringt uns bereits durch Italien, wir erreichen Kroatien und ruhen uns in Istrien aus. Überrascht davon, dass offensichtlich sehr viele andere Reisende sich das selbe Ziel zur selben Zeit ausgesucht haben, weichen wir dem Sardinengefühl aus und fahren in die Ruhe des bergigen Inlands. In den Wäldern, in Waldlichtungen, auf Karsthöhen hoch über dem Meer erkunden wir die Naturschönheit Kroatiens. Per Auto schlängeln wir uns über Passhöhen und Täler, durchqueren Winnetous Steppen, zu Fuss erkunden wir das Gebiet von Wildschwein, Bär und Wolf, steigen aus den Höhen der Hügel, die das Meer säumen steil hinunter und wieder zurück.


Wir verbringen viele Nächte irgendwo im Nirgendwo, zu Beginn mit etwas Herzklopfen, weil das Wildcampen in Kroatien eigentlich verboten ist, doch dies ist vor allem in der Nähe der Touristenzentren wie Plitwice ein Thema. Wir begegnen den kontrollierenden Polizisten, doch dank Bushbabies Geländegängigkeit können wir uns gut verstecken, ohne auch nur ein Fahrverbot zu missachten. Nur den Jäger treffen wir, mit dem wir keine Worte wechseln, aber uns immerhin anlächeln und seine Bilder von erlegten Wildschweinen, Rehen - eins rennt während der Begegnung direkt vor uns durch die buschige Wiese - und einem lebenden Bären anschauen können.

Entlang des Meeres gibt es kleine, wenig befahrene Kiesstrassen, hier finden wir wunderschöne Plätzchen direkt am Wasser, auf denen wir uns einnisten. Wir machen weite Spaziergänge und schnorcheln in den felsigen Uferlandschaften. Auch die Schiffe, Fischerboote und Yachten - darunter die Megayacht "Aviva" beobachten wir gern.


Die Landschaft in Kroatien ist sehr vielfältig und die Natur wunderschön. Wir entdecken nicht viele Wildtiere, überraschend wenige Schlangen oder Echsen, doch hören wir regelmässig Käuze und einmal unterhält sich ein Uhupaar nahe neben unserem Schlafplatz.

Mit Bushbaby sind wir rundum zufrieden. Nun hat es sogar im grossen Gewitterregen seine Wassertaufe bestanden und hielt dicht. Wir kochen sehr oft selbst, weils einfach Spass macht, geniessen die klimatisch hervorragenden Bedingungen mit den vielen Fenster, die es erlauben, die Innentemperatur trotz der Sommerhitze draussen recht gut zu regulieren, den grossen Kühlschrank, der es uns erlaubt, einige Tage einkaufsfrei zu verbringen und das Zusatz-Moskitozelt, das es uns ermöglicht, die Abende mit Schreiben, Lesen, Spielen oder am Computer draussen zu verbringen, ohne gefressen zu werden.

Bei Begegnungen einerseits und Gewohnheiten andererseits werden uns die Unterschiede zwischen Urlaub und Reisen bewusst: Dauer und Inhalt. Wir haben sieben Wochen und können plan- und ziellos fahren. Ausserdem "arbeiten" wir fleissig, die Aktualisierung und Neugestaltung der Foto-Website von Manfred nimmt viel Zeit in Anspruch, ich selber beschäftige mich intensiv mit Afrika, absolviere einen sehr anspruchsvollen Kurs und plane einen weiteren Freiwilligeneinsatz. Der Besuch von Städten und Dörfern lassen wir oft sein. Mit Dartos, der heute seinen 5. Geburtstag feiert, macht Kultur nicht so viel Spass. Der Rundgang durch Ston und das Erkunden seiner Stadtmauern, der zweitlängsten der Welt mit 5.5 km Länge, gehört jedoch zu den Höhepunkten dieser erlebnisreichen Reise. Dass wir Bekannte von zu Hause antreffen, ist zusätzlich amüsant.


Hier in der Nähe von Dubrovnik, nahe der Grenze zu Montenegro, haben wir wohl den südlichsten Punkt erreicht. Noch haben wir rund einen Monat Zeit, um neue Abenteuer zu erleben und langsam, langsam wieder in Richtung Norden zu fahren...

Du möchtest näher dran sein und mit uns mitreisen? Wir schreiben ein detailliertes Tagebuch auf findpenguins, das man abonnieren kann. Wir sind am Ausprobieren. Hier: https://findpenguins.com/bushbabysreisen findest du das Tagebuch.




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