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  • Maya von Dach

Bye bye Bushbaby, wir sehen uns in Kapstadt


Bye bye Bushbaby, wir sehen uns in Kapstadt

Die Zeit fliegt an uns vorbei, ist intensiv, fordernd und geprägt von Vorfreude. Viel ist passiert seit dem letzten Blog und die Erfüllung unseres langjährigen, grossen Traums rückt in greifbare Nähe. Langweilig wird uns nach wie vor nicht, obwohl wir schon einige Arbeiten mit einem Häkchen versehen konnten und optimistisch nach vorn schauen können.


Die Wohnung

Der Verkaufsvertrag mit Alexandra und Nicolas ist unterzeichnet und die mündlichen Vereinbarungen zur Übergabe sind getroffen, bereits geniessen Pflanzen und einzelne Möbel bei uns Gastrecht. Per 31. März gehört unser Daheim unseren Nachfolgern, die aber bereits ab dem 31. Januar hier vorbereiten oder einziehen können. Was wir vor 14 Jahren mit dem allerletzten Hosenknopf kaufen konnten, hat sich nicht nur als wunderbares Zuhause gezeigt, sondern auch als gute Anlage, die uns – zusammen mit unseren Pensionskassen- und später einmal AHV-Renten – erlaubt, ohne Geldsorgen zu reisen. Nicht wie die Fürsten, aber bescheiden, wie wir das immer geplant haben. Und für Urlaube sowie dafür, später einmal zurückzukommen, falls und wann immer wir wollen - zum Beispiel in eine Ferienwohnung -, und hier weiterhin gut leben zu können.



Der Hundezwinger zieht um

Es brauchte damals eine Baubewilligung, um den prominenten und vielgenutzten Hundezwinger mit Auslauf auf der Dachterrasse zu erstellen. Pango und Dartos haben früher viel Zeit darin verbracht und oft waren unsere Gäste nicht unglücklich, wenn die Fellnasen hinter Gittern sassen. In letzter Zeit war Dartos vor allem ein Wohnungshund und der Zwinger ein Schopf. Da die Käufer unserer Wohnung keine Verwendung dafür haben, wurde er verkauft und hat in Roggliswil ein neues Zuhause und vor allem neue Bewohner gefunden. Ein grosser Schritt für Manfred, der tüchtig Hand angelegt hat beim Abbau und Aufbau, obwohl dies die Sache des Käufers gewesen wäre.



Die letzte Hundeprüfung

Fast jedes Jahr fanden sie statt, die Hundeprüfungen der Zuger Polizei: ein grosser Anlass im Hundeführerjahr, sogar kurz vor Manfreds Frühpension war es ihm wichtig, daran teilzunehmen. In den Wochen davor wurde eifrig trainiert, der Ehrgeiz war geweckt und das Team Dartos/Manfred wollte alles geben. Schliesslich war es soweit und fünf Teams aus den Kantonen Zug und Uri starteten. Die grösste Herausforderung, das "Aus", Loslassen, wenn man einmal in den dicken Schutzanzug gebissen hat, gelang gar nicht so schlecht. Doch schlichen sich sonst ein paar Fehlerchen ein und Dartos, der sonst in der Unterordnung sehr gespannt läuft, fand diesmal alles andere interessanter und suchte nach einem "bösen Mann". Der dritte Rang der beiden passte perfekt, ich selbst bewunderte vor allem den Eifer.



Fahrzeuge fürs Leben, jetzt und später

Da wir beide im Moment arbeiten – Manfred und Dartos auf dem Polizeiposten in Cham, ich an der Schule in Neuheim – entschieden wir uns spontan, unserem VW-Bus ein Brüderchen zu schenken. Ein Toyota Yaris erlaubt uns nun, unkompliziert unsere unterschiedlichen Arbeitszeiten abzudecken. Leider steht der VW im Moment in der Reparatur, da das Zündschloss schlapp gemacht hat. Die Logistik ist entsprechend wieder ein wenig erschwert…



Investitionen ins Bushbaby

Unsere Fahrzeugbauer von Extrem Fahrzeuge, die nun infolge Konkurs bei Fragen nicht mehr angegangen werden, können, haben im Bereich des Kabinenbaus tolle Arbeit geleistet, von der Technik konnte man das leider nicht behaupten. Mehrere Wochen, viel länger als erwartet, durfte Bushbaby nun in Neuheim bei den Fahrzeugausbauern eine technische und ausrüstungsmässige Aufwertung geniessen. Batterien wurden angepasst, Stromleitungen gezogen, Steckdosen gelegt, die Energiekontrolle verbessert und ausserdem Zurrgurten befestigt und eine Heck- und zwei Dachboxen hergestellt. Die Zeltblache dürfen wir hier für Regentage imprägnieren. Danke ans Team von Matthias und Patrick für die tolle Arbeit!

In einer zweitägigen Probefahrt in die kühlen, aber wunderschönen Gefilde des Glaubenberggebiets haben wir alles geprüft und für gut befunden. Voller Vertrauen können wir uns nun darauf freuen, in diesem grossartigen kleinen Häuschen unterwegs zu sein.



Papiere und Dokumente besorgen

Da wir für Südafrika ein Pensionärsvisa beantragen wollen, brauchen wir einen neuen Pass und eine neue ID, auch das Bushbaby braucht so was ähnliches für seine Reise. Ein »Carnet de Passages des Douanes», das eigentlich beweisen soll, dass das Fahrzeug nicht in ein Land importiert wird und dort verkauf werden kann. Man hinterlegt ein (ziemliche hohes) Depotgeld dafür. Bei jedem eingehenden Dokument haben wir einen Grund zu feiern. Das tun wir auch unkompliziert mit einem Ehering, den wir an unsere Finger stecken, denn wer weiss, wer uns in Afrika auf die Finger schaut? Eingraviert ist nicht das Datum der Hochzeit – eine solche wird es nie geben – aber der Tag des "Beginns unseres neuen Lebens": 1.4.2023. Dann startet auch Manfred in die Frühpension.



Kapitel KON-SENS abgeschlossen

Seit mehr als zwanzig Jahren hat meine eigene kleine Firma, die ich mit zwei Kollegen führte, mein Leben geprägt und meine Arbeit immer wieder spannend gemacht. Grosse und kleine Konferenzen, Klausuren und Workshops in Dutzenden Gemeinden, vielerlei Räten und Organisationen sowie zahlreiche Mediationen unterschiedlichster Art boten immer herausfordernde Aufgaben und viel Erfüllung. Im Oktober durfte ich noch einmal eine grössere Tagung leiten und einen Stiftungsrat zum letzten Mal begleiten. KON-SENS wird weiter bestehen aber in die alleinigen Hände von Andreas Bräuninger übergehen. Etwas wehmütig, aber auch sehr zufrieden, nehme ich Abschied.



Hektik um Bushbaby's Reise

Die Buchung von Bushbaby's Verschiffung verlief sehr spontan, weil ein Containerpartner gefunden wurde. Mit its, international transport and shipping Ltd., haben wir kompetente und aufgestellte Verantwortliche für unseren Rundumservice gefunden und mit Hans-Peter und Karin lässige Gleichgesinnte, um die Fahrzeuge zu verschiffen. Alles lief ruhig. Bis plötzlich Hektik aufkam. Im kurzen Zeitfenster, in welchem man den Platz für einen Container buchen kann, schien alles ausgebucht. Lösungen wurden gesucht, eine Woche später ab Rotterdam hiess es. Doch auf einmal kam die freudige Nachricht: Platz gefunden, die Termine stehen wie gehabt. Am nächsten Tag eine neue Planänderung. Auf dem Rheinschiff kein Platz mehr für unseren Container. Dies bedeutete, dass die Fahrzeuge schon fünf Tage früher im Basler Auhafen abgeliefert werden mussten. Eigentlich kein Problem – ausser, wenn das Fahrzeug noch in der Garage steht und schliesslich nur vier Tage bleiben, um den ganzen Haushalt zu packen und einzuräumen. Der Zeitraum wurde dann durch Manfreds Pikettdienst noch etwas enger, doch schliesslich haben wir das "Bushbaby-Tetris" geschafft. Natürlich kann man in Südafrika so ziemlich alles kaufen, was man braucht – das macht aber dann keinen Sinn, wenn man gleichzeitig einen Haushalt auflöst. Also war es das Ziel, möglichst alles, was man noch brauchen kann, einzupacken. Wir waren einmal mehr überrascht, wie viel auf so kleinem Raum Platz hat. Meine gefühlte Million Glacébehälter, Schuhschachteln und Tupperware war zum grossen Teil überflüssig und nun kann ich mich wieder von der Manie lösen, bei jeder leeren Aufbewahrung zu überlegen, ob wir die noch brauchen können.

Schliesslich standen wir mit leerem Tank am Wasser des Rheins, die Energieversorgung ausgeschaltet und alles bereit. Nur der Container fehlte noch. Gern hätten wir mitverfolgt, wie das funktioniert mit dem Hineinpassen solcher Fahrzeuge in einen Container, dürfte doch nicht viel Spielraum bleiben, doch wir waren schliesslich vom Warten so durchfroren, dass wir ganz zufrieden damit waren, unsere Schlüssel abzugeben und alles den Fachleuten zu überlassen. Die Fotos zeigen jedenfalls, dass unsere Fahrzeuge gut verzurrt und gesichert eingepackt sind. Im letzten Moment hat Manfred einen Airtag ins Bushbaby geschmuggelt, der uns nun ab und zu den Standort des Containers durchgibt. Schön, so die Reise ein wenig mitverfolgen zu können.


Linde von Neuheim, nahe der Schule

Die Spannung bleibt, die Arbeit auch

Die nächsten Wochen bleiben spannend. Ob wir ein 4-Jahres-Visa erhalten für Südafrika – zu verlieren haben wir nichts, aber es würde uns bestimmt vieles erleichtern (und die Gefahr einer neuen Landessperre wäre eher gebannt). Natürlich gibt es immer noch viel zu räumen, sich zu verabschieden und unsere Jobs fordern uns nach wie vor. Doch wir freuen uns, den Flug für den 31.1. gebucht zu haben und irgendwann schaffen wir es wohl auch, uns damit zu beschäftigen, wo wir die sechs Wochen in der Kapregion verbringen möchten. Doch das eilt nicht, denn genau dieses Planlose, das Freiheit bedeutet, ist ja unser Luxus….

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