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Simbabwes Westen

  • Autorenbild: Maya von Dach
    Maya von Dach
  • vor 4 Tagen
  • 6 Min. Lesezeit

Weitere 30 Tage Visa für Simbabwe bringen Ruhe und Freiheit in unsere Reise, sowie die Möglichkeit, dem Wetter entsprechend spontan zu planen. Die Regenzeit steckt voller Überraschungen, wir fahren in den Westen, um möglichst viele Vögel zu finden und mit grösstmöglicher Sicherheit durch Hochwasser und Schlamm zu kommen. Die Tiersichtungen sind im hohen Gras und dichten Laub spärlich, aber die grüne afrikanische Natur ist auch jetzt in der ‘Smaragdsaison’ atemberaubend.



Von Harare nach Bulawayo

Die Strecke nach Bulawayo zieht sich dahin, durch spannende Dörfer, kleine Städte, wie immer mit unterschiedlichsten eindrücklichen Strassenbenutzern und Verkehrsmitteln. Von Eselswagen bis zu modernen Überlandbussen, von Frauen mit schweren Lasten auf dem Kopf bis zu Ziegen, Kühen und Eseln, auf Simbabwes Strassen findet sich alles. In Bulawayo übernachten wir in einem Erholungspark mit kleinen Stauseen und vielen Vögeln, doch an den Weihnachtstagen ist es bevölkert und voller Leben. Nachts können wir uns jeweils so einrichten, dass wir ruhig und sicher schlafen können, wobei die Fleckenuhus eine besondere Bereicherung darstellen: In der Morgendämmerung nach der ersten Nacht sitzen sie auf Ästen rechts und links von Bushbabys Zelt und scheinen sich brummelnd und kopfnickend über die komischen Menschen, die da liegen und schlafen, zu unterhalten. Am Abend finden wir sie dann auf der Jagd und Manfred kann sie fotografieren.



Der Hwange Nationalpark und die Geisterelefanten

Die Strasse in den Norden ist richtig schlimm, voller riesiger Schlaglöcher, aber, was optimistisch stimmt, auch mit kilometerlangen Umfahrungen, weil grosse Teile der Strecke erneuert werden. Wir schaffen es jedenfalls und freuen uns, diesen tollen Park während einiger Tage geniessen zu können. Die Preise für alle Campingplätze sind stark angehoben worden, wobei man vor allem für die Ruhe und Natur bezahlt, denn der Zustand der Sanitäranlagen ist teilweise mies und um WC-Papier müssen wir betteln. Natürlich führen wir solches mit, finden aber, dass dies bei den gehobenen Preisen einfach dazu gehört, genau wie warmes Wasser und Brennholz. Da alles grün und überwachsen sowie viel Wasser vorhanden ist, sind die Wasserlöcher weniger attraktiv als in der Trockenzeit und wir entdecken keinen einzigen Löwen, nur deren Spuren. Dafür sind wir mit den Vögeln äusserst erfolgreich, unsere Liste wächst schnell, wir entdecken einige Arten zum ersten Mal und das entschädigt uns. An den einsamen Übernachtungsplätzen mit Stauseen geniessen wir das Kommen und Gehen von Flusspferden und Elefanten. Diese können wir während des Tages nie entdecken, sondern nur deren auffällige Spuren: Enorme Dungkugeln, abgerissene Zweige und riesige runde Fussabdrücke. Sie scheinen sich während des Tages im dichten Busch und Wald zu verstecken und erst nachts ans Wasser zu kommen und dort zu baden, planschen und zu trinken – Spektakel, denen man stundenlang zusehen könnte. Zu unserer Freude verabschieden sich am letzten Morgen drei Wildhunde von uns. Uns gefällt an den Parks in Simbabwe vor allem das Adrenalingefühl, nicht eingezäunt zu sein, so dass man wirklich Teil der Natur ist, mitsamt dem Risiko, Elefanten oder Löwen direkt neben dem Auto zu haben. Ohne jemanden in den Nähe, der uns beschützt, denn an einigen Plätzen sind wir allein auf weiter Flur.



Schreckmoment mit Bushbaby

Unser fahrendes Haus ist immer noch unser Stolz und unser Glück, mittlerweile richtig gut eingefahren erreicht es im Hwange NP die 80'000 Kilometermarke. Jeder von diesen war die Fahrt wert und wir haben unbeschreibliche Erlebnisse auf diesen genossen. Kurz danach tanken wir an einer kleinen Tankstelle im Hwange. Ich beobachte, ob der Tankwart den Stutzen in den richtigen Tank schiebt (es ist ein Doppeltank mit ebensolchem Eingang) und erkläre ihm, dass er nach dem ersten Tank auch den zweiten füllen soll. Bevor er ins andere Loch einfährt, fragt er unvermittelt und wohl erschrocken: «Diesel, ja?« Nein, natürlich nicht, Bushbaby trinkt Benzin. Uns allen wird anders, denn der erste Tank ist nun mit Diesel gefüllt. Zum Glück im Unglück sagt er es und wir können die Notfallmassnahmen einleiten: Zurückschieben, Mechaniker organisieren, Seelenklempner Manfi und Gabü können beruhigen, nicht gar so schlimm. Die 90 Liter Benzin-Dieselgemisch werden abgelassen und danach der Tank richtig gefüllt. Bushbaby reagiert danach nicht einmal mit einem Schluckauf sondern fährt brav weiter.



Jahreswechsel am Sambesi

Durch alle möglichen Minen führt uns die Fahrt weiter nach Norden, auf Teerstrassen, die diesen Namen kaum verdienen, unterschiedlich stark rumpelnden Naturstrassen sowie zermürbenden Wellblechpisten. Schliesslich erreichen wir ‘Shaguri Wilderness Camp’ die neue Lodge eines Schweizer Ehepaars, welche unsere Freunde Simone und Thomas während derer Abwesenheit für ein paar Wochen hüten. Eine gute Gelegenheit, sich nach langer Zeit wiederzusehen und über unsere unterschiedlichen Reiseerlebnisse auszutauschen. Natürlich stossen wir auch aufs neue Jahr an - zu sagen, wir hätten Silvester gefeiert, wäre jedoch übertrieben. Das passt auch nicht zu unserem Tagesrhythmus mit eher früh aus dem und ins Bett.



Chizarira Nationalpark und der spektakuläre Zeltplatz am Abgrund

Dieser Nationalpark liegt nicht an den gängigen Touristenrouten und wir hätten uns nicht gewagt, ihn zu besuchen, wenn es davor geregnet hätte. Doch die Strassen sind nach ein paar regenlosen Tagen trocken und in der Region ist kaum Niederschlag prognostiziert. Wir nehmen also die spannendste und mieseste Strasse unter die Räder und fahren nach Osten, in die Hügel und Schluchten des Chizarira Nationalparks. Im Buch, in dem man sich bei der Einfahrt eintragen muss, sehen wir, dass schon seit mehr als einer Woche niemand mehr in den Park gefahren ist, schon gar keine Touristen. Die Frau am Empfang erklärt, dass nur noch einer der Campingplätze betriebsbereit sei und als wir dort ankommen, stockt uns der Atem: Wunderschöne Aussicht auf die Schlucht des fast ausgetrockneten Mucheniflusses, die hunderte Meter tiefer liegt. Überall steil abfallende Felswände – direkt vor unserem Platz. Immerhin trennt ein wackeliger Drahtzaun mit zwei Strängen uns vom Abgrund, wohl nicht ganz SUVA-konform. Wir erkunden einige der unterschiedlichen landschaftlich schönen Gebiete des Parks, der auch wieder das Prädikat «nicht für Besucher, die viele Wildtiere sehen möchten, aber für solche, die schöne Landschaft schätzen» erhält.



Am Karibasee

‘Sambesi-Fluss’ und ‘Karibasee’ sind für uns magisch anziehende Namen, weil wir damit wunderschöne Orte und Erlebnisse verbinden. So suchen wir uns einen neuen, unbekannten Platz, Maabwe Bay und lassen uns dort für drei Tage nieder. Leider sind diese etwas von Magen-Darm-Schwierigkeiten geprägt, die uns, zusammen mit der feuchten Hitze, an grossen Aktivitäten hindern. Wahrscheinlich haben wir schlechtes Wasser getankt und damit irgendwelche Käfer erwischt, das erste Mal in all der Reisezeit. Wir entleeren und desinfizieren den Tank und nehmen gut gefiltertes Wasser mit. Wir geniessen die schöne Umgebung mit Vögeln, Flusspferden - Manfred sogar mit einer Schlange, die ihm über die Beine huscht. Es ist schön, spazieren zu können, denn dies fehlt uns in den Nationalparks grösstenteils.



Sambesi Nationalpark und Woodlands Community Reserve

Mit einem Abstecher bei SimTom, um uns gebührend zu verabschieden, reisen wir ins touristische Städtchen Victoria Falls und von dort in den Sambesi Nationalpark, einen unserer Lieblingsplätze. Für ihn haben wir einige Tage reserviert – obwohl wir wissen, dass auch hier Wildtiere eher spärlich und während der Smaragdsaison schwierig zu finden sind. Das Spannendste ist, die Wetter-, Strassen- und Flussverhältnisse zu beobachten und wie ganze Systeme zusammenhängen. Unser Campingplatz liegt direkt am Sambesi und bietet Ausblick auf den Hauptfluss und Seitenarme. Es regnet nicht viel, aber das Wasser, das die vielen Flüsse Angolas und aus Namibias Norden bringen, sammelt sich im Sambesi. Nach dem frühen ‘guten Regen’ füllt dieser die Becken und Ströme unter uns sichtbar – was normalerweise erst Wochen später geschieht. Die spannende Strasse dem Fluss entlang ist bereits unpassierbar, schon ist ein Safarifahrzeug der Lodge im schlammigen Grund stecken geblieben und musste von einem Traktor herausgezogen werden.  Auf der Fahrt vom Sambesi NP zum ‘Woodlands Community Reserve’, die beide innerhalb eines riesigen, in vier Ländern liegenden Gebiets ohne Zäune liegen, verabschiedet uns ein Pack Wildhunde, das die Schnellstrasse überquert.



Das kleine ‘Woodlands Community Reservat’ ist sehr hübsch und unser Camp befindet sich über einem Steilhang, von dem man auf ein belebtes Wasserloch sieht. Wir sind auch hier alleinige Gäste und geniessen es besonders, am Abend auf Wildtierfahrten zu gehen, denn diese Gelegenheit hat man selten. Wir finden neben Nachtschwalben und normalen Hasen die lustigen Springhasen, die an Kängurus erinnern, weil sie ähnlich herumhüpfen. Abschliessend besuchen wir noch einmal Victoria Falls und besichtigen diesmal auch die Wasserfälle, die bereits jetzt, nicht wie normalerweise im April, spektakulär sind. Ein einmaliges und eindrückliches Erlebnis, bei dem wir von den aus den Fällen aufsteigenden Regenmassen erfrischt und durchnässt werden. Aus dem Lookout Café beobachten wir in die Schlucht des Sambesi stürzende Bunjee-Jumper sowie Kanuten, die diesen erkunden, während auf der anderen Seite der steilen, felsigen Abgründe bereits unser nächstes Abenteuer wartet: Sambia.


 


 
 
 

2 Kommentare


mogok
vor 2 Tagen

Wunderschöne Bilder, vielen dank.

Wie hats euch bei Shaguri gefallen?

Liebe Grüsse

Reinhard

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Andrea Hegnauer
vor 4 Tagen

Bun di, Iar zwei

Super Bericht und superere Fotonen!

Merci fürs Teilen!

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